Invyte Fahrer Blog

Reisen einmal ganz anders: Mit dem Invyte-Mobil von Berlin an den Bosporus

Mit einem 300-Euro Auto von Berlin nach Istanbul"

„Wenn einer eine Reise tut, so kann er viel erzählen.“ Ähnliches haben sich die Kopenhagener Veranstalter der diesjährigen „Balkan-Express“ Rallye gedacht, als sie Abenteuerlustige in ganz Europa zur Teilnahme an einem der aussergewöhnlichsten Autorennen aufriefen. Die Resonanz war umwerfend - rund 20 Teams haben sich für die neue Art zu Reisen angemeldet und waren gespannt, die 2.500 Kilometer lange Strecke von Berlin quer über den Balkan bis nach Istanbul anzutreten.

Mit liebevoll zurechtgemachten Low-Budget-Kleinwagen starten die Rennfahrer am 13. Mai 2007 auf ihre Reise ins Unbekannte. Auf den Spuren der Römer, Griechen und Osmanen werden die Rallye-Enthusiasten nach einer zehntägigen, atemberaubenden Tour im prachtvollen Konstantinopel einfahren, dem Schmelztiegel von Orient und Okzident.

Bei dieser Rallye steht Spass im Vordergrund.  Bonuspunkte gibt es nicht für Geschwindigkeit, sondern beispielsweise für das Mitnehmen von Anhaltern.  Ob das Kutschieren eines tschechischen Bauern mit seinen zwei Hühnern am Ende nun 1, 2 oder 3 Bonuspunkte wert ist – ein unvergessliches Erlebnis ist es auf jeden Fall. 

Die Teilnehmer kommen aus verschiedenen Europäischen Metropolen wie Kopenhagen, London, Hamburg oder Zürich und finden sich in Berlin zusammen, um dieses außergewöhnliches Ereignis zu erleben; fernab ihres Alltags, gemeinsam mit Freunden, Bekannten und noch Unbekannten. Auch Invyte kann bei diesem fantastischen Event nicht fehlen: Als offizieller Sponsor des zweiköpfigen Invyte Racing Teams ist Invyte mit seinem bunten Invyte-Mobil stets vor Ort und engagiert sich gleichzeitig für gemeinnützige Zwecke. In Kooperation mit dem Hamburger Rallye-Team spendet Invyte für jeden gefahrenen „Invyt-Mobil Kilometer“ 16 Cent an das Spendenparlament in Hamburg. Auch organisatorisch hilft Invyte den Fahrern bei ihrem ambitionierten Ziel, in zehn Tagen Konstantinopel zu erreichen. So gehören Planungsprobleme wie verpasste Treffpunkte, Verspätungen oder Fehlkommunnikation der Vergangenheit an! Über Invyte können sich die Rallye-Fahrer jederzeit austauschen und ihre abendlichen Treffen in unterschiedlichen Städten koordinieren.

Wer das ungewöhnliche Rennen hautnah mitverfolgen möchte, kann sich auf dem speziell eingerichteten „Balkan-Express“ Blog unter www.invyte.de die atemberaubenden Tagesberichte der Rallye-Teams abholen, in denen die Teilnehmer von ihren Erlebnissen und Erfahrungen erzählen. Für spektakuläres Bildmaterial sorgt ein Profi-Filmteam, das die Fahrer, insbesondere das Invyte Racing Team, auf seiner Expedition an den Bosporus begleitet und die schönsten Momente, Landschaften und Kuriositäten für all die Zuhausegebliebenen festhält.

Invyte wünscht allen Teams der „Balkan-Express“ Rallye eine gute Reise, viel Spaß und jede Menge Abenteuer – Ganz nach dem Motto „Live your first life“!

Wenn auch Sie ähnlich kreative Ideen für ein außergewöhnliches Event mit wohltätigem Hintergrund haben, freuen wir uns über Ihre email an magazin@invyte.de.

Tag 6: Donnerstag, 17.5. – Sofia – Istanbul

Sofia, 7Uhr: Auf zur letzten Etappe nach Istanbul! Heute, am Freitag, macht die Zollstelle in der Nähe des Atatürk Flughafens von Istabul bereits um 17.30Uhr zu. Wir müssen rechtzeitig dort sein, weil ein unbekanntes Auto-Abgabe-Prozedere auf uns wartet und wir Sonntagnacht per Flieger Istanbul verlassen. Der Fahrzeughalter bekommt bei der Einreise in die Türkei einen Registrier-Stempel für das Auto in seinen Pass. Ausreisen darf man jedoch nur, wenn das Auto gesetzmäßig abgegeben wurde und der Stempel wieder ausgetragen wurde. Dies sorgt für gehörige Spannung, weil die direkte Strecke per "Autobahn" nach Istanbul alleine über 600km lang ist.

Wir verlassen also Sofia. Die Strassen sind etwas besser als im Norden des Landes - das macht uns mit unserem engen Zeitplan Mut. Doch dann das erste Problem. Hinter einer Kurve, in einer sehr verlassenen Gegend, winkt uns die Polizei an den Strassenrand - oh sh***, what happens now? Der Polizist kommt und versucht mir auf Bulgarisch zu erklären, dass ich in der Baustelle die vorgeschriebenen 60km/h überschritten habe. Das ist mir wohl aufgefallen, aber ich stelle mich dumm. Alles ist wie im Film! Dann holt er einen wirklich schmierigen Notizblock raus (den man bei uns nicht einmal in der Eckkneipe auf St. Pauli finden würde) und blättert ein wenig herum. Schliesslich erklärt er uns mit Händen und Füßen, dass wir umgerechnet EUR60,- zahlen sollen. Das glauben wir alles nicht... Wir fuchteln nun auch mit unseren Händen in der Luft herum. Nach ca. 10min ruft sein Kollege aus dem Polizeiwagen hinter uns etwas zu ihm rüber. Was passiert jetzt bloß mit uns? Wir können unheimlich schlecht deuten, was die beiden Herren wohl denken. Plötzlich die Kehrtwende: er winkt uns durch und will gar kein Geld mehr sehen. Puhhh, Glück gehabt! Aber, ob es wirklich einen "Blitzer" auf der Strecke gab oder die Jungs sich ihr Wochenende versüßen wollten, lassen wir an dieser Stelle mal im Raum stehen:-) Wir sind ganz sicher, unser "CC" Aufkleber am Heck hat uns aus der Patsche geholfen J

Weiter geht’s. Wir hoffen zwar, unseren engen Zeitplan einzuhalten, die LKW auf der mittlerweile einsprurigen Straße nehmen uns aber die Zuversicht. Um ca. 11Uhr sind wir an der Bulgarisch-Türkischen Grenze. Liebe Leser, was in der nächsten Stunde passiert, haben wir noch nie erlebt. Wir verlassen die EU und wollen in die Türkei einreisen mit einem Auto, das ein Exportkennzeichen aus Deutschland hat. Wir müssen sage und schreibe 8 Grenzhäuschen passieren, das Auto regestrieren lassen, andauernd warten und schließlich den Kofferraum und die Koffer aufmachen.

Endlich! Wir sind in der Türkei und Bo als Fahrzeughalter hat den ominösen Stempel im Pass... Kurz hinter der Grenze kommt uns der Fahrer eines der bereits um 5Uhr gestarteten Autos entgegen. Nach 3h an der Grenze ist Ihnen 200m in der Türkei der Motor explodiert. Die beiden müssen zurück und wir erreichen nach Staus um Punkt 15Uhr die Zollestelle. Alles hier ist viel bürokratischer, als wir dachten. Nachdem wir auf einer Art Schrottplatz die Autos noch einmal "ausgefahren" haben, stellen wir sie alle in eine Reihe. Einigen stehen Tränen in den Augen, da sie ihr Traumauto einfach so dem Türkischen Staat schenken müssen
Um kurz vor 18Uhr ist das Prozedere durchlaufen. Alle haben den neuen Stempel und der Oberbeamte verabschiedet sich bei den Haltern mit einem Türkischen Kuss - wie süß :-)

Am Abend ist die offizielle Abschlussfeier und Preisverleihung auf einem Dampfer mit dem wir 4Std. über den Bosporus schippern. And the Winner is: Team "Atatürk-Kleinschmitdt". Congratulations! Das haben sie auch verdient - schließlich sind sie mit dem ältesten und wahrscheinlich anfälligsten Auto (1981 Buick) bereits aus Zürich nach Berlin gefahren, haben 20l pro 100km tanken müssen und sehr coole  Aktionen auf den Etappen veranstaltet.

Das war die Reise. Invyte, herzlichen Dank „for pimping our Ride“! Wir waren definitiv einer der Eye-Catcher und das durch Euch auch noch für einen guten Zweck. Diese Reise im Invyte-Mobil wird für uns aus vielen Gründen unvergesslich bleiben, aber jetzt müssen wir erst einmal alles "verdauen". Das darf allerdings nicht zu langen dauern, denn schon im nächsten Jahr ist das Gewinner-Team an der Reihe, ein neues Abenteuer auf die Beine zu stellen. Ideen gab es in Istanbul schon genug – alle getreu dem Invyte Motto: Live your first life! Stay tuned - Matthias

Tag 5: Mittwoch, 16.5. – Belgrad – Sofia

Bulgarien ist fast in Sicht und doch so fern - Checkpoint Charlitzca.

Das Aufstehen in Belgrad fiel schwer! Nach einem langen Abend in einem einheimischen Restaurant mit Live-Musik, viel Essen und reichlich Sliwowicz, machen wir uns auf. Wir hinterlassen Einheimische, die nach den Jahren des Kriegs bemerkenswert höflich und nett geblieben sind und fahren durch steppenartige Felder und schöne Täler. Auf einer sehr einsamen Tankstelle in Serbien machen wir unseren üblichen Motorcheck und müssen feststellen, dass es eben nicht geregnet hat, sondern das Wasser auf der Windschutzscheibe unser eigenes Kühlwasser ist. Oh my god! Der Tank ist fast komplett leer und der Motor total voll gespritzt. Wir drehen langsam den heißen Deckel auf und füllen ca. 3l Kühlwasser nach. Bei der Hitze draußen hatten wir wirklich Glück, dass sich der Motor nicht durch die Vorderachse geschmolzen hat - diese Fotos bringen auf jeden Fall extra Punkte;-)

Wir nähern uns wieder der EU: Bulgarien. Nach einem Desinfektionsbad für unseren Invyte Golf (2 Euro!) können wir die 3 Grenzkontrollen durchqueren. Bloß alle drei Knöpfe runtermachen, denn hier schleichen schon merkwürdige Gestalten zu Fuß über die Grenze. Komischerweise stehen hinter und vor uns ausschließlich große, westliche Autos mit Exportkennzeichen - scheint ein lukratives Geschäft zu sein...

Während wir in Bulgarien alle 100km anhalten, um je 2l Kühlwasser nachzufüllen, brettern wir an knietiefen Schlaglöchern vorbei - die Straßen sind eine Katastrophe. Nach einem heftigen Gewitter wird es noch schlimmer und sie verwandeln sich in schlammige Flüsse. Die Bulgaren, die locker mit ihren Pferdewagen auf der Autobahn fahren, scheint das aber alles nicht zu stören. Als wir in Sofia mit den anderen am Tisch sitzen, hören wir ähnlich wilde Geschichten und haben noch einen super Abend. Stay tuned. Matthias.

Tag 4: Mittwoch, 16.5. – Budapest - Belgrad

"Ein leckeres Grillen mit allen Teams kurz bevor es über die Grenze nach Serbien geht"

Am Dienstagabend haben wir in Lothar Matthäus Lieblingsrestaurant "Tom George" in Budapest gegessen - an einer riesigen Tafel, an der alle 45 Teilnehmer Platz fanden. Cool. Kann ich jedem, der nach Budapest kommt nur empfehlen. Gutes Essen für verhältnismäßig wenig Geld.

Gute Idee. Denn eine EU-Außengrenze ist der reinste Horror. Schon Kilometer vor der Grenze fangen die Polizeikontrollen an. An der Grenze an sich wartet man sogar als PKW relativ lange. Als LKW-Fahrer hat man hoffentlich einen portablen DVD-Player oder ähnliches dabei. Die Kontrolle ähnelt der an der ehemaligen innerdeutschen Grenze stark. Fast das gesamte Auto nehmen die serbischen Kontrolleure auseinander. Und unsere Helme hätten uns fast die Einreise gekostet. Der serbische Grenzer dachte zuerst es wären Militärhelme und wir gut verkleidete Paramilitärs. Nach genauerer Inspektion ist ihm glücklicherweise aufgefallen, dass es Motorradhelme sind. Daraufhin hat sich seine Stimmung um 180 Grad gedreht - ausgesprochen nett haben wir anschließend über Motorradfahren und unsere Rallye gesprochen.

Die Überfahrt von der EU nach Serbien gleicht dem Wechsel von Farb- zu Schwarzweißfernsehen. Ungarn war hell, modern und freundlich. Serbien ist grau, alt und surreal. Alte zerbombte Häuser stehen seit dem Konflikt Anfang der 90er. Esel ziehen Karren. Belgrad ist eine größere Stadt, aber auch keine moderne (zumindest nach außen hin) lebendige Metropole. Bin nicht traurig hier nicht so lange bleiben zu können. Stay Tuned. Matthias.

Tag 3: Dienstag, 15.5. – Prag - Budapest

"Die wichtigste Aufgabe eines Navigationsgeräts: Nervenkostüm der Fahrer erhalten"

Nach einer langen und touristisch wertvollen Tour durch Prag, die leider ungeplant war, haben wir uns entschieden ein portables Navigationsgerät zu kaufen. Erstaunlicherweise gibt es in Tschechien auch Media Markt. Nach zwei Stunden fahrt waren wir wirklich überzeugt von dem Kauf. Die Autobahnschilder kann auch sonst kein Mensch entziffern. Wir geben also zu: das Lernen „on the job“ ist gescheitert. Jetzt hoffen wir nur, dass nicht auch der Saugnapf der Navihalterung aufgibt, der auf diesen Straßen ordentlich herausgefordert wird. Saug dich fest Kollege!

Heute hat uns ein Kameramann einen Teil der Fahrt begleitet. Insgesamt sind drei Kamerateams bei der Rallye am Start. Am Ende kommt dabei ein bombastischer Film raus. Glücklicherweise hat unser Auto heute geschnurrt wie eine Katze. Thank God.

Angekommen in Budapest: im Herzen Ungarns. Mit 1.6 Mio Einwohnern und der Donau einmal mitten durch die Stadt, fühlen wir uns fast wie zuhause in Hamburg. Nur der Verkehr macht einen verrückt. Ansonsten alles gut. Stay tuned. Matthias.

Tag 2: Montag, 14.5. – Erste Etappe Berlin-Prag

In einer tschechischen Autowerkstatt wird Wert auf präzise Diagnose gelegt

Mit Geo-Koordinaten den Treffpunkt in Berlin finden ist die eine Sache, die Strecke nach Prag durch fünf Bundesländer eine andere. Da unser Sportwagen leider ab Werk ohne Navi kommt, lernt Bo derzeit „on the job“, wie das mit dem Kartenlesen eigentlich funktioniert. Ich denke, spätestens in Serbien sollte er das raus haben.

Die Fahrt an sich verlief fast ereignislos – wäre da nicht unsere Motoraufhängung kurz hinter der Grenze zur Tschechei abgefallen. Netterweise hat uns dann aber ein tschechischer Bauer mit einer Brechstange wieder flott bekommen. Ich rätsele noch, wieso in Deutschland der Automechaniker immer erstmal ein Kabel an mein Auto anschließen muss bevor es reparieren kann und hier einfach gleich die Brechstange zum Einsatz kommt. Und beides gleichsam erfolgreich.

Mit viel Toi Toi Toi vom Bauern haben wir den Rest der Strecke nach Prag geschafft. Jetzt freuen wir uns erstmal auf ein leckeres Pils im Celnice in Prag und einen entspannten Abend. Stay tuned. Matthias.

Tag 1: Sonntag, 13.5. – Warm up in Berlin

Nach Sternfahrt durch Berlin wird vom Branderburger Tor aus gestartet

In unserer Montur - weißer Anzug, weißer Gürtel, Schmuck, Brille, Handschuhe und Helm – fallen wir schon sehr auf. Aber das ist Sportsgeist und immerhin wird sich so jeder Passant in Bulgarien an uns und das Invyte-Mobil erinnern.

Längen- und Breitengrad führen uns zum Startpunkt nahe der Berliner Avus. Mit 18 ähnlich bemitleidenswerten Autos geht es kreuz und quer durch Berlin. Wir habe die Chance, unserer Mitstreiter kennen zu lernen und sind uns schnell einig, dass es zumindest sehr lustig werden wird, mit diesen Typen Osteuropa kennen zu lernen! Natürlich gibt es abends einen kleinen Umtrunk. Dabei werden die Regeln nochmals genau erklärt: Ziel der Rallye ist es in Istanbul anzukommen und dabei möglichst viele Punkte zu sammeln.  Nicht durch schnelles Fahren, sondern durch die Erfüllung von Aufgaben die im Fahrtenbuch vorgeschrieben werden. Kulturelle Erfahrungen und Austausch stehen im Vordergrund des Abenteuerurlaubs. Extra-Punkte können durch Kreativität gewonnen werden, wie z.b. durch ein mutiges Bad in der Elbe, Fotos mit Locals oder ähnliche Spontanaktionen. Es wird lustig. Stay tuned. Matthias.

Tag 0: Samstag, 12.5. – Pimp up your Invyte-Mobil

Das Invytemobil und Matthias Tabbert & Bo Liedtke sind gepimpt für die Rallye

Zu Beginn noch mal die Zusammenfassung: Berlin-Istanbul, 19 Teilnehmer mit Autos für maximal 300 Euro. An Bord des Inyte-Mobils (1988er Golf II in british-racing-grün): Bo (29) und Matthias (28) starten für Hamburg und Umgebung – sponsored by www.invyte.de. Die Regeln: Keine Verstöße gegen das Gesetz. Punkte gibt es für erfüllte Aufgaben und „kreative“ Leistungen – wir werden sehen wie wir das mit Leben füllen. Die mitreisenden Fernsehteams brauchen ja auch Material. ;)

Auf jeden Fall ist uns das faustgroße Loch im Auspuff erst jetzt aufgefallen.  Naja, dafür haben wir fünf Reifen und zwei Türen. 

Den ersten Tag verbringen wir in einem dubiosen Parkhaus und pimpen unseren VW. Mit Rallystreifen und großen Aufklebern des Sponsors kommt zumindest leichtes Rallyfeeling auf. Ich bezweifle, dass wir mit dem Auto auch nur nach Berlin kommen. Stay tuned. Matthias.